
Im Zeitalter des Internets und vielfältiger Spielkonsolen wie der X-Box ist anzunehmen, dass die klassischen Gesellschaftsspiele mit Karten, Brett und Würfeln längst ausgestorben seien. Vielleicht finden sich in einer alten, verrauchten Eckkneipe noch ein paar rüstige Herren, die sich zu einer Partie Skat treffen. Momentan sind eher virtuelle Onlinewelten mit fiesen Monstern und coolen Helden angesagt. Die Weltmeisterschaft in Südafrika vor dem Fernseher nachspielen, das erfreut die Jugend.
Trotz aller Technisierung und Modernisierung sind die klassischen Kartenspiele, man mag es kaum glauben, auch heute noch äußerst begehrt. Ganz oben in der Beliebtheitsskala steht das wohl berühmteste Kartenspiel der Welt: Poker.
Obwohl Poker erst in den letzten Jahren richtige Sympathiewellen ausgelöst hat, existiert das legendäre Spiel mit dem Bluff schon viele Jahre. Wahrgenommen hatte man Poker zunächst nur in amerikanischen Spielfilmen. Dort wurde zumeist die Variante Five Card Draw gespielt. Nach den Einsätzen werden jedem Mitspieler fünf Karten ausgeteilt, danach werden unpassende Karten getauscht und zum Schluss gewinnt die beste Hand. Heutzutage wird vor allen Dingen die Pokervariante Texas Hold’em gespielt. Alle Spieler am Tisch erhalten zwei Karten und teilen sich weitere fünf Gemeinschaftskarten mit ihren Tischnachbarn.
Poker lernen ist kinderleicht und nach wenigen Spielzügen hat man den Ablauf und die Pokerregeln verstanden. Auch das mag ein Grund für die wachsende Zahl begeisterter Pokerspieler sein. Demnach verwundert es auch nicht, dass neben der etablierten Profiszene ebenso eine große Zahl an Hobbyspieler den ein oder anderen Bluff wagen.
Pokerschulen im Netz gibt es viele und egal ob Student, Hausfrau oder Bürohengst, Poker wird in allen gesellschaftlichen Schichten gespielt.
Wie eingangs erwähnt, leben wir im Zeitalter des Internets und anderer moderner Medien. Und gerade dieser Aspekt bedeutet für das Pokerspiel aber eine ungemeine Chance, denn gespielt wird auch online. Software runterladen, anmelden und ran an die virtuellen Tische. Da kommt es auch schon mal vor, dass Europäer neben Amerikaner oder Asiat neben Afrikaner sitzt. Im digitalen Netzwerk gibt es keine Einschränkungen und macht Poker zu einem globalen Phänomen. Natürlich wird auch im Internet um Geld gepokert. Wichtig ist, dass jeder Pokerspieler seine Fähigkeiten und seine persönlichen Grenzen gut kennt. Es kann eben nicht nur Profispieler geben und gerade Amateure sollten auf niedrigem Niveau bleiben oder sogar auf Spielgeld umsteigen.
Poker und moderne Medien stehen also nicht im Widerspruch zueinander und können ganz im Gegenteil eine wunderbare Symbiose bilden. Trotzdem erscheint das Spiel am echten Wohnzimmertisch mit den besten Kumpels doch am ehrlichsten. Eine undurchsichtige Mine muss hart erarbeitet werden. Der Tischnachbar qualmt eine Zigarre. Die Karten werden ausgeteilt. Ob es diesmal für den ganz dicken Pott reicht?