
Möglich wäre es schon! Ihre biologischen Eigenschaften lassen diese Pflanzengattung als besonders geeignet zur Herstellung von Biodiesel erscheinen. Ihre wichtigste Eigenschaft: Sie wächst auf kargen Böden, die zur Nahrungsmittelproduktion ungeeignet sind. Darüber hinaus sind ihre Abfallstoffe sehr gut als organischer Dünger geeignet. Hinzu kommt, dass sie keinen Schwefel enthält und damit zur Produktion besonders sauberen Biodiesels geeignet ist. Zu allem Überfluss weißt der aus ihr gewonnene Biodiesel eine besonders gute Zündwilligkeit auf und ist damit auch aus technischer Sicht Biodiesel aus anderen Pflanzen überlegen. Bei verantwortungsvollem Einsatz ergibt sich also eine Bilanz, die fast zu schön klingt, um wahr zu sein:
Jatropha bietet der Bevölkerung in Regionen mit bislang landwirtschaftlich nicht nutzbaren Böden eine Einnahmequelle, verhindert die weitere Erosion dieser Böden und erfordert keine Nutzung von bislang zur Nahrungsmittelproduktion genutzten landwirtschaftlichen Flächen.
Leider sieht die Realität noch anders aus
Wenngleich Jatropha auf bislang landwirtschaftlich nicht nutzbaren Flächen angebaut werden kann, findet in der Praxis dennoch eine Umwidmung bislang landwirtschaftlich genutzter Böden statt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: In diesen Regionen ist die notwendige Infrastruktur vorhanden. Es existieren landwirtschaftliche Betriebe und eine Verkehrsinfrastruktur, die den problemlosen Abtransport der Ernte ermöglichen. Die steigende Nachfrage nach Biodiesel motiviert die Landwirte, ihre Produktion von Lebensmitteln auf Jatropha umzustellen.
Zertifizierungsprogramme als mögliche Lösung
Für die Erzeugung von Biomasse existiert bereits eine
Nachhaltigkeitsverordnung , die eine umweltverträgliche Erzeugung sicherstellen soll. Eine analoge Verordnung für Biodiesel aus Jatropha, die ausdrücklich die Nutzung von bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen untersagt, könnte die geschilderten Probleme entschärfen. Dies erscheint durchaus machbar, da die Einhaltung dieser Vorschrift vor Ort in den Erzeugerländern relativ leicht überwacht werden kann.