Vor und nach Louis Réard
Der Bikini ist eines der Symbole für die moderne Gesellschaft. Der Konzept von Bademode, also spezielle Kleidung die man beim Baden trägt, geriet für lange jahrhunderte in Vergessenheit und das obwohl die römischen Frauen bereits im 4. Jahrhundert nach Christus Kleidung trugen, die den modernen Bikinis sehr ähnlich waren. Es wurden sogar Statuen von Venus gefunden, Bikinis tragend.
Im 19. und frühen 20. Jahrhundert wäre etwas wie ein Bikini undenkbar gewesen, denn strenge Regelungen für „Anstand“ machten „Exhibitionisten“ gesetzlich strafbar. Die australische Schwimmerin Anette Kellerman wurde 1907 auf dem bostoner Strand arrestiert, da sie einen Badeanzug trug, der Arme, Beine und Hals sichtbar ließ. Kurz danach fing aber Bademode an, immer kleiner zu werden und das in alle Richtungen und der Sprung zum Bikini war nicht mehr weit.
Seinen Namen hat der Bikini von der Insel Bikini Atoll, einer Insel auf denen amerikanische Atomteste durchgeführt wurden. Der Designer der ersten Binikis, der Französische Ingenieur Louis Réard, war davon überzeugt, das sein Design einschlagen würde wie eine Bombe – und das tat sie natürlich auch. In Kürze gab es allerlei extremere Variationen des Bikini, wie Monokinis (obe ohne), Seekinis (durchsichtig) oder Tankini (Kombination aus Bikini und Einteil Badeanzug).
Der Bikini hat sich aber durchgesetzt und erfreut sich in modernen Zeiten größter Beliebtheit, auch unter Sportlern wie z.B. Strandvolleyball Spielerinnen – deren Sportanzug ein Sportbikini ist, der mehr nach Fuktionalität entworfen ist, als um verlockend auszusehen. So ist der Kreis vollendet und wir sind wieder am von den Römern des 4. Jahrhunderts angegebenen Ausgangsort. Der Bikini hat aber sicher noch eine lange Zukunft, denn er ist aus der modernen Bademode nicht mehr wegzudenken und wird sicher noch viele Jahrzehnte unsere Stimmung erheitern.