
Es ist halb 8 in der Früh, der
Wecker läutet und ich fühle mich mal wieder überhaupt nicht danach, aufzustehen. Ab und zu kommt es mir so vor, als würde ich an Folgeerscheinungen von Schlafentzug leiden, weil ich einfach viel zu spät ins Bett gehe und viel zu früh wieder aus den Federn muss.
Bei Schlafentzug handelt es sich um willentlich oder unwillentlich herbeigeführten Entzug von Schlaf. Dieser kann in unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden und sowohl positive als auch sehr negative Effekte mit sich bringen. In der Psychiatrie wird Schlafentzug als Schlafentzugsbehandlung oder Wachtherapie als Behandlungsverfahren bei Depressionen eingesetzt. Im Gegensatz dazu ist jedoch der erzwungene Schlafentzug als eine Foltermethode bekannt.
Der so genannte partielle (teilweise) Schlafentzug, bei dem nur in der zweiten Nachthälfte nicht geschlafen wird, wird von einem vollständigen Schlafentzug unterschieden. Nach einem Schlafentzug in der zweiten Nachthälfte, welcher oft in der stationären Depressionsbehandlung angewendet wird, kommt es in etwa der Hälfte der Fälle zu einer messbaren Verbesserung der Stimmung am Folgetag. Um den Effekt des Schlafentzugs über einige Tage zu erhalten, kann an den Schlafentzug eine Schlafphasenvorverlagerung anschließen. Derzeit sind keine Nebenwirkungen bei Schlafentzug als Behandlungsmethode bei Depressionen bekannt.
Bei Menschen führt Schlafentzug über einen längeren Zeitraum jedoch zu einer Häufung von Sekundenschlaf. Schlafentzug, der über mehrere Monate dauert, wie dies im Fall einer genetisch bedingten Schlafstörung der Fall sein kann, führt zum Tod. Symptome wie Demenz und Persönlichkeitsstörungen entwickeln sich bereits in den ersten Wochen. Daher wird lang andauernder, methodischer Schlafentzug auch als Foltermethode angewendet und dazu eingesetzt, klares Denken beim Opfer zu unterbinden und den Willen sowie die Widerstandskraft des Opfers zu brechen. Somit können beispielsweise Aussagen erpresst werden.
Bedenkt man, welche negativen Effekte Schlafentzug also haben kann, so ist es für mich persönlich etwas verwunderlich, dass sich beispielsweise der Brite Tony Wright 2007 für 266 Stunden wach gehalten hat, um somit den Weltrekord im Schlafentzug aufzustellen. Nun ja, jeder hat seine eigenen Hobbys und ich werde in Zukunft einfach etwas früher ins Bett gehen, dann fühle ich mich nicht wie auf Schlafentzug, wenn der
Wecker am Morgen läutet…
Svenja Frick
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