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In der Kategorie Kunst und Kultur sind insgesamt 20 Artikel eingetragen.

Artikel geschrieben von Oliver Pauser, veröffentlicht am: Mo, 06.10.2008, 15:45
  • Von Gott und Hingabe in Liebesgedichten

    http://www.liebesgedichte-blog.deDas Liebesgedicht ist hinsichtlich seiner Grenzen nicht klar und deutlich umrissen. Oft verschwimmen die Grenzen und es entsteht dabei beispielsweise eine Synthese zwischen religiöser Lyrik und Liebeslyrik, wodurch im Zentrum eines solchen Gedichts demnach die Variabel Gott steht. Diese Verbundenheit zwischen einem Menschen und seinem Gott stellt der Mystiker und Dichter Symeon in einem seiner bewegenden Dichtungen dar:

    Er liebt mich, der nicht in dieser Welt ist.
    Und inmitten meiner Zelle sehe ich ihn,
    der außer der Welt ist.

    Auf meinem Bette sitze ich und weile außer der Welt.
    Ihn aber schaue ich, rede mit ihm und wage zu sagen:
    "Ich liebe dich", denn er liebt mich.

    Das Motiv der Liebe im göttlichen Kontext kommt vor allem bei Mystikern, ihren Gesängen und Liedern sehr anschaulich zum Ausdruck; die Sufis sprechen sogar von ihrem Geliebten, wenn sie Gott meinen und alles in allem ist in ihrem Schaffen immer ein großes Maß an Hingabe zu erkennen. Diese Dichter scheinen sich gewiss zu sein, dass sie noch mehr sind als nur ein Mensch aus Fasern und Blut; dass ihre Wurzel in einem Licht liegt, das die Finsternis der Physis umringt; und so sind sie allesamt bemüht sich von ihrem „falschen" Ich zu lösen, um in einer neuerlichen Erlangung der Einheit mit Gott in Liebe zu erblühen. Daher schreibt schon der glorreiche Dichter Rumi:

    Wie können ich und du getrennt sein, du Geliebter?
    O Seele, du bist frei von Ich und Du.
    Du bist der Mann zugleich und auch die Frau.
    Wo Mann und Frau sich einen, bist der Eine du.

    Es sollten Ich und Du zu einer Seele werden,
    versinken endlich ganz in dir, o du Geliebter.

    Im Bewusstsein, dass diese Welt wie sie uns erscheint, hinsichtlich ihrer Mannigfaltigkeit nur eine Täuschung – wenn auch eine sehr reale – ist, gilt diesen Gottessuchenden nichts mehr als die Einheit. In dieser Einheit, dessen Teil sie sind, gibt es für diese Menschen nur eines — die Liebe! Eine Liebe, die nichts anderes ist, als eine Bejahung des göttlichen Selbst, das als Teil auch das Ganze ist. Nicht von ungefähr schreibt Thomas Morus:

    O Gott,
    pflanze in mich ein das starke Verlangen nach dir.
    Nicht, um vom Elend dieser Welt befreit zu sein,
    nicht, um Fegefeuer oder Hölle zu entgehen,
    nicht, um die Freuden des Himmels zu erlangen,
    und nicht um irgendeines Vorteils willen,
    sondern einzig und allein aus Liebe zu dir.

Artikel geschrieben von Oliver Pauser, veröffentlicht am: Mo, 06.10.2008, 15:45



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